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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Pfarrer Schmidt - eine echte Frohnatur
Klingenthal – „Ihr braucht nicht bei jedem Quatsch klatschen“, rief Pfarrer Karl-Heinz Schmidt aus Klingenthal den Zuhörern seiner Buchlesung im Schönecker Museum zu – doch das provozierte noch mehr Gelächter.
Mehrfach schon war der rüstige Pfarrer im Ruhestand hier zu Gast, der aber immer noch für seine Gemeinde in Sachsenberg beispielsweise bei Trauungen oder Taufen tätig ist. Die von ihm getauften Kinder können eigentlich nur Frohnaturen werden, denn selbst dem Griesgrämigsten muss es beim Hören seiner Geschichten mindestens die Mundwinkel zu einem angedeuteten Grinsen verziehen.
1982 begann der geborene Erzgebirger und Wahlvogtländer sein erstes Buch mit dem Titel „Itze schläft der Pastor ein“ zu schreiben, und nach nun 14 Büchlein in vorwiegend ergebirgischer Mundart und zwei theologischen Werken ist noch kein Ende abzusehen. Für den Herbst steht nämlich sein neuestes Werk „E guter Root zur rachten Zeit“ zur Veröffentlichung an. Inhalt sind insbesondere die Originale des Erzgebirges und Vogtlands. Im Museum las er aus seinen Büchern – mit „Eierquatsch und drackete Supp“ begann er.„Eierquatsch ist einfach Rührei, aber kennt ihr drackete Supp?“, so der Pfarrer einleitend mit einem Blick in erstaunte Gesichter. „Ihr kennt ja nicht einmal eure eigenen Gerichte, das ist doch bloß Kartoffelsuppe mit Schalen, die deshalb braun ist und die man aber nicht braune Suppe nennen wollte!“
Das besondere an seinen Geschichten, mit denen er im Alltag einfach nur Freude bereiten möchte ist die stete Erwartung von etwas Ungeheurem, das sich irgendwie auch immer einstellt. Ein Beispiel dafür war sein erster Vortrag vom Frieder, der in Mühlleithen beim Petroleumholen einen Berliner traf, der sich über dessen Sonnenbrille amüsierte, da es doch so hell gar nicht sei. So etwas von einem Berliner zu hören, war dann dem Frieder wohl doch zuviel. „Du Maulaff, wenn ich Licht scheißen könnt, braucht ich kein Petroleum!“ H. S.
2010-01-18
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