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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Nilgänse lassen Herzen höher schlagen

Oelsnitz – Natur und Landschaft haben es Hannelore und Günter Weiß angetan. Der Kunstmaler und seine Frau beobachten mit Hingabe den Wandel der Jahreszeiten, die Stimmungen des Tages, alles, was wächst, kreucht und fleucht vor ihren großen Fenstern.

 

Auf dem Feld am Stadtrand von Oelsnitz herrscht reges Begängnis. Die frische Saat lockt Ringel- und Türkentauben, Dohlen, eine sogar beringt, und Meister Adebar. Die beiden exotisch anmutenden Vögel, die an Gänse erinnern, nur viel buntere, vor allem rotbraune Federn tragen und eigenartige Geräusche von sich geben, fallen dem Paar sofort auf. „Ich kann mich nicht erinnern, jemals solche Gänse irgendwo im Zoo gesehen zu haben“, erzählt Hannelore Weiß.

 

Das Vogelhandbuch, das bei der Malersfrau stets griffbereit liegt, gibt Auskunft: Es handelt sich um Nilgänse gut erkennbar an ihrem charakteristischem, dunklem Augenring. Die Heimat dieser Art, die als Halbgans eingeordnet wird und auch entenähnliche Merkmale besitzt, ist der afrikanische Kontinent.


Er zischt und keucht, während das Weibchen laut und schnell schnattert. Fast täglich zeigt sich das Oelsnitzer Vogelpaar seit der dritten Aprilwoche dem Ehepaar Weiß. Doch erst in der Dämmerung nähert es sich der menschlichen Behausung. Wie es scheint, haben sich die Federtiere eingerichtet in der Gegend um den Raschauer Grund. Nur der Hexensabbath am 30. April hat sie für einen Tag in die Flucht geschlagen. Doch wie kommen die seltenen Gäste ins Vogtland? Sind sie möglicherweise hierzulande sie ersten ihrer Art? „Die Nilgans ist seit etwa vier Jahren nun auch Brutvogel im Vogtland“, antwortet Umweltamtsleiter Dr. Tobias Pohl auf die Anfrage unserer Zeitung. Er beruft sich dabei auf Informationen des Ornithologen Thomas Hallfarth.


Dessen Erkenntnisse lesen sich so: „Die erste erfolgreiche Brut wurde auf einem kleinen Teich bei Jößnitz festgestellt. Als die Jungvögel dort flügge waren, flogen diese bis an die Talsperre Pöhl. In den Folgejahren kam es zu mehreren Bruten an verschiedenen Plätzen, wieder in Jößnitz, bei Coschütz und an der Talsperre Pirk.“ Von dem dortigen Brutpaar, das auch in 2011 wieder beobachtet wurde, könnten die beiden Nilgänse aus Oelsnitz stammen. Den derzeitigen Bestand im Vogtland gibt Hallfahrt mit fünf bis zehn Paaren an –Tendenz steigend.


„Die Art verhält sich anderen Wasservögeln gegenüber aggressiv, so dass heimische Arten oft von kleineren Brutgewässern vertrieben werden“, informiert der Ornithologe. Dieses Verhalten werde aber von Experten noch nicht als Bedrohung der heimischen Arten eingeschätzt. „Negative Auswirkungen auf unsere heimische Tierwelt“ erwartet das Umweltamt nicht. Die Ausweisung müssen die Nilgänse deshalb nicht befürchten. R.W.

 

2011-05-16




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