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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Markneukirchner Stadtrat stellt sich vor Warwick

Markneukirchen – Lange überlegte Bürgermeister Andreas Jacob (CDU), ob er seine Gedanken über die jüngste Warwick-Berichterstattung in der Presse aus seiner Sicht kommentiert oder es lieber sein lässt. „Letztendlich siegte aber mein Gerechtigkeitssinn“, bekannte das Stadtoberhaupt zur Sitzung des Stadtrates am Donnerstagabend im Rathaus.
 
„Das Presseecho war enorm, aber zu einseitig“, befindet Jacob die Darstellungen über das Warwick Unternehmen im Gewerbegebiet Wohlhausen anlässlich des jüngsten Besuches von Bundespräsident Horst Köhler. „Um harte Arbeitsbedingungen ging es, um Entlohnung, die zu niedrig ist und um ein schlechtes Betriebsklima. Das sind Dinge – wenn sie so sind – die zu Verärgerungen führen“, sagte der Bürgermeister. Aber seiner Meinung nach dürfe es bei solch einer einseitigen Darstellung über diese Firma nicht bleiben.


„Ja, wir brauchen Arbeitsplätze mit Vergütungen, wo am Monatsende noch etwas übrig bleibt – übrig zum Sparen, für Kultur, um mal in die Kneipe zu gehen. . . . In vielen Betrieben werde dieser Lohn aber nicht gezahlt – viele Firmen könnten ihn auch nicht leisten, sei es im Handel, im Dienstleistungssektor, in der Landwirtschaft. „Es gibt daher zahlreiche Menschen, die leider nur ein Brutto von 1100 bis 1200 Euro haben“, so Jacob.


Jedoch sei für eine ehrliche Einschätzung aller Umstände aber auch zu sehen, dass Firmenchef Hans-Peter Wilfer für Aufträge vieler Art – sei es im Bauwesen, im Maschinenbau, bei Reinigungsleistungen und anderen Dingen – stets auf einheimische Firmen zurückgreife, was wiederum deren Arbeitsplätze sichere. Zudem habe er seinen Wohnsitz und damit Lebensmittelpunkt nach Markneukirchen verlegt, was auch nicht jeder Unternehmer mache.


„Mit seinem privaten Engagement trägt Herr Wilfer zudem sehr viel zur Verschönerung unseres Ortsbildes bei, so durch den Bau des Framus Museum, einem Denkmal an der Klingenthaler Straße sowie den Erhalt und Sanierung von Gebäuden plus Schaffung von Wohnraum. Weitere geplante Vorhaben stornierte er momentan leider“, gab Jacob bekannt.
 
Die Stadt Markneukirchen könne sich zudem über einen nicht unerheblichen Warwick- Anteil an Gewerbesteuereinnahmen freuen, die das Unternehmen jährlich pünktlich zahle. „Im Übrigen glaube ich nicht, das diese Firma von der Wirtschaft gesuchte Leute bekommt, die CNC Maschinen bedienen können und dafür lediglich mit 4,50 Euro entlohnt werden – ohne abzustreiten, das Warwick solche Angebote abgibt und mit der Entlohnung nicht großzügig umgeht“, bekennt der Stadtoberste.


Aber Jacob fordert eine umfassende Darstellung des Unternehmers samt Betrieb. Schließlich habe niemand im unmittelbaren Umfeld etwas davon, wenn der Betrieb künftig an einem anderen Standort agiert und damit Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze ebenso wegfielen wie erwähntes privates Engagement und finanzieller Einsatz zum Gemeinwohl. Für sein Statement erhielt Jacob den ungeteilten Beifall der Ratsriege.  kiwi

 

2009-10-18




Kommentar von _Kracks am 18.10.2009; 12:12:19 Uhr

Kommentar zu Markneukirchner Stadtrat stellt sich vor Warwick

abgesehen davon, dass Herr Jacob auch einfach einsame "Notentscheidung" trifft die der Stadtrat dann notgedrungen absgenen darf, gibt es zwischen Herrn Jacob und Herrn Wilfer sicherlich mehr als eine gestige Pralelle. Das alle Aspekte betrachtet weden sollen, ist nur demokratisch. Sittenwiedrigen Arbeitsverträgen die Stange zu halten ist schlichtweg genau so sittenwiedrig. Da sollten sich die Markneukirchener ihren Bürgermeister mal etwas genauer ansehen, wenn er ein solches Vorgehen gut heist.

Kommentar von _Wolf am 18.10.2009; 21:13:34 Uhr

Kommentar zu Markneukirchner Stadtrat stellt sich vor Warwick

Sagen sie mal Herr Bürgermeister, hat das weh getan? Ich persönlich finde dieses Statement extrem überflüssig, wie es genauso extrem unglaubwürdig ist. Haben Sie diesen Text an die Presse gegeben? Da steht: "... Stadtrat stellt sich vor Warwick." Erstens befürchte ich, Ihr Rücken ist gar nicht breit genug um sich vor Herrn Wilfer zu stellen. Zweitens, die Aussage 'stellt sich vor Warwick' ist falsch. Die Arbeitnehmer sehen dort so einiges anders.

Stellen Sie sich vor die Arbeitnehmer und fordern akzeptable Bedingungen!Sie geben irgendwie den Anschein, als wenn Sie die Zustände dort tolerieren. Der Ruf nach Demokratie vor 20 Jahren aus Plauen ist ganz und gar nicht bei Ihnen angekommen. Es ist eine Farce, ein Trauerspiel. ... Gewerbesteuer zu zahlen kann nicht alles sein!

Die Drohung, die Produktion ins Ausland auszulagern wird ihnen bekannt sein. ... Wenn es soweit sein sollte, wird er nicht um Zustimmung fragen.


Kommentar von _comment #01 am 19.10.2009; 00:32:11 Uhr

Kommentar zu Markneukirchner Stadtrat stellt sich vor Warwick

Herr Jacob kennt bestimmt den Monolog in Überschlagstimme: "Ich bezahle hier pünktlich meine Gewerbesteuern !!! (klatsch mit der Hand auf den Schreibtisch) Und da kann ich erwarten das Sie sich für mich einsetzten !!! (klatsch mit der Hand auf den Schreibtisch) Sie habe GEFÄLLIGST ein positives Statement zu geben !!! (klatsch mit der Hand auf den Schreibtisch) Sonst verlagerE ich meine Produktion nach China !!! (klatsch mit der Hand auf den Schreibtisch) Dann sollen Ihre SCHWACHMATEN sehen wo Sie bleiben !!! (klatsch mit der Hand auf den Schreibtisch).
Nebenbei Herr Jacob ... Herr Wilfährig legt grossen Wert darauf seine Produkte als "Made in Germany" zu präsentieren !!! Es gibt also keinen Grund sein Rückgrad zu verbiegen.

Kommentar von _comment #02 am 19.10.2009; 14:34:07 Uhr

Kommentar zu Markneukirchner Stadtrat stellt sich vor Warwick

Nachtrag: Klar wird Ätsch-Pee die Produktion von Halbfertigteilen nach China verlagern und in MKN "nur" noch zusammenschrauben. Das spart Arbeitplätze ein und berührt ja Gottseidank nicht die Gewerbesteuer ... Lassen Sie sich nicht von einem neo-Feudalisten in's Boxhorn jagen sondern fragen Sie mal Ihre Wähler was Sie von Ihrem Alibi-Statement halten.

Kommentar von _xxx am 19.10.2009; 17:25:37 Uhr

Kommentar zu Markneukirchner Stadtrat stellt sich vor Warwick

Also Herr Jacob wenn ich diesen Artikel lese, kommt mir das "kotzen"!! Ich selbst habe dort gearbeitet über 5 Jahre und war dann froh das ich aus so einer "Sklaven-Firma" raus war.
Und wenn ich das lese wie sie sagen das sie niemals Glauben das zb.: CNC-Bediener nur 5 Euro bekommen könnte ich nur laut los lachen! Ich kann ihnen ja mal meinen Arbeitsvertrag zeigen!!!...Habe diese CnC-Maschinen bedient ob Wochenend- oder Feiertagsarbeit und habe für diese Arbeit einen Stundenlohn von 5,10€ bekommen!!!!!!!!!!!!!!!

Kommentar von _Anka am 20.10.2009; 21:21:17 Uhr

Kommentar zu Markneukirchner Stadtrat stellt sich vor Warwick

Zukunftsvision Markneukirchen: Eine Rentnerstadt, in der hauptsächlich alte Menschen in Altersarmut leben.

In einer Stadt, in der Billiglöhne zum Vorzeigemodell werden, bleibt die junge Generation auf der Strecke. In Gesprächen hören wir immer häufiger: junge Leute gehen weg. Ich wollte es lange Zeit nicht wahrhaben, jedoch setzt sich diese Tendenz fort.

Es gibt hier keine Perspektiven für junge Leute und Familien. Es gibt hier kaum etwas, worauf man eine Zukunft bauen kann. Davon abgesehen, dass hier beruflich keine Chance auf Vorwärtskommen und gute Verdienstmöglichkeiten geboten werden, hapert es auch an Freizeitgestaltung (keine Kneipenkultur mit Möglichkeiten sich mal außerhalb zu treffen und sonstige Veranstaltungen - kostet ja auch Geld!)
Redet doch mal mit der jungen Generation! Die, die weg sind, möchten nicht mehr zurück (weiß ich aus eigener Erfahrung).

Auch wenn Herr Lenk sich auf die Schulter klopfend zuschreibt, dass im Vogtland im Verhältnis zu Sachsen die Arbeitslosenzahl nicht so hoch sei. Fragt doch die Leute, wo sie arbeiten. Ich kenne viele, die in Hof, Rehau und weiter weg einen Job haben.

Und nun auch noch die Unterstützung vom Markneukirchner Stadtrat! Doch das Problem des untersten Lohnniveaus besteht nicht nur in der Gegenwart. Herr Wilfer spart dadurch einen großen Anteil Sozialabgaben und Steuern. Der Arbeitnehmer wird als zukünftiger Rentner die Grundsicherung nicht erreichen.

Da werden in Zukunft auch keine sanierten Häuser (mit leer stehenden Wohnraum) und ein hübsches Stadtbild helfen. Und wie bereits erwähnt: Ein Teil des Ansehens eines Unternehmens besteht auch darin, wie mit den Menschen umgegangen wird, die dessen Werte schaffen, wird auch das Ansehen einer Stadt wird geprägt von den Menschen (und ich rede nicht nur von einem) die darin leben (müssen). Es werden auch nicht die Gewerbesteuereinnahmen zukünftig helfen, die junge Generation zurückzubringen.

Wenn ihr schon nicht mit den Leuten redet, dann schaut ins Internet. http://www.bass-blogger.de/2009/10/08/horst-koehler-besucht-warwick-kritik-ausbeutung

Hat auch einen Vorteil, dass Horst Köhler, das Bundespräsidialamt, die Sächsischen Staatskanzlei, Landrat Tassilo Lenk sich gerade Warwick als Vorzeigefirma herausgefischt haben. Und der Bürgermeister von Markneukirchen das Unternehmen Warwick würdigt, die Tradition des 300-jährigen Musikinstrumentenbaus hoch zu halten.

Aus diesem Grund wird wenigstens über die jetzigen Zustände (und was die Zukunft bringen wird) nachgedacht und diskutiert.

Kommentar von _comment2 am 22.10.2009; 13:12:21 Uhr

Kommentar zu Markneukirchner Stadtrat stellt sich vor Warwick

Geil - comment#1, ich kanns mir bildlich vorstellen, wie der auf seiner Tastator rumhämmert, sich räuspert, Nicorette-Kaugummi katscht und diese Sätze loslässt, nur wer mal im Büro saß, wird das wissen und sich jetzt totlachen. Seine Frau rennt im Büro rum sund schreit "this is not my job!" oder in französisch-deutsch "ich werrde wahnsenn!"
Manchmal war die Lautstärke nicht auszuhalten.
Richtig so, wenns mal an die Öffentlichkeit geht.
Und richtig so, wenn die abgescholtenen Mitarbeiter einfach mal wieder streiken - zusammen seid ihr stark!

Ein Herr Ätsch-Pee Wilfer wird davon nicht verhungern, wenn er seinen Mitarbeitern etwas mehr zahlt, dass die wenigstens mal in die Kneipe gehen können. Momentan reicht es dafür nämlich nicht!
Man denke nur an das Privatanwesen der Wilfers, dort herrscht auch kein Notzustand, von was die sich das wohl alles leisten können??

Kommentar von _Beate am 27.10.2009; 17:32:15 Uhr

Kommentar zu Markneukirchner Stadtrat stellt sich vor Warwick

"Das Ansehen eines Unternehmens besteht auch darin, wie mit den Mitarbeitern umgegangen wird, die dessen Werte schaffen."
Ja, ja das Internet...
schaut mal bei wikipedia rein
http://de.wikipedia.org/wiki/Warwick_(Unternehmen)
Da gibt es tatsächlich einen kritischen Beitrag und das wollte Herr Wilfer anscheinend verhindern.
"Am 16.10. hat Warwick unter der IP 62.159.23.196 versucht, die sachliche Kritik über ihr Unternehmen von der Wikipedia zu entfernen ...."
nachzulesen unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Warwick_(Unternehmen)
Upps, hoffentlich gibt das zur nächsten Messe keine unangenehmen Fragen am Warwick-Stand.
Ich hätte da eine Idee:
Bezahlt die Mitarbeiter ordentlich und werdet der sozialen Verantwortung gegenüber unserer Gesellschaft gerecht. Dieser Beitrag würde auch bei wikipedia und weltweit im Internet ein positives Immage für Warwick erzeugen.

Kommentar von _testi am 04.11.2009; 21:35:38 Uhr

Kommentar zu Markneukirchner Stadtrat stellt sich vor Warwick

Ich kenne ebenfalls aus dem Bekanntenkreis die "Frechheiten" was das Entlohnungsniveau der "Weltfirma" angeht. Das in diesem Unternehmen ein schlechtes Betriebsklima herrscht ist mehr als logisch, aber ich denke, dies ist von der Unternehmens-Spitze so gewollt.
Herr Jakob sollte bedenken, dass auch andere Unternehmen (Schwimmbäder, Kino, Kneipen ...) Gewerbesteuer zahlen. Diese aber pleite gehen, da die arbeitende Belegschaft kein Geld zur Verfügung hat, um dies dort ausgeben zu können.

Was sagen eigentlich die Musiker dazu, die die Instrumente von Warwick benutzen? Ich glaube diese Kentnisse hinterlassen auch bei den Künstlern einen bitteren Nachgeschmack.



Kommentar von _comment#01 am 19.11.2009; 10:59:09 Uhr

Kommentar zu Markneukirchner Stadtrat stellt sich vor Warwick

siehe Artikel in der heutigen Ausgabe des Sterns.
Wenn ich jemandem was Klaue werde ich dafür bestraft. Und da sorgt dann schon der Staatsanwalt dafür und der Geschädigte muss lediglich anzeigen das er beklaut wurde. Im Fall Warwick muss jeder Geschädigte einzeln einen Klage einreichen die sich dann lange hinzieht. Und wer da keine gute Versicherung hat wird nochmal ausgezogen. Kein Wunder das sich Wilfer einen (Zitat Stern) "quasi rechtsfreien Raum" schaffen konnte ... Hier hat die Gewerbeaufsicht auf das Gröbste versagt !


Kommentar zu Markneukirchner Stadtrat stellt sich vor Warwick?

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